Eine Stadt aus Speichern

Der Standort des Museums

Das Speicherstadtmuseum befindet sich in Block L der Speicherstadt, der aus dem Jahr 1888 stammt. Die Ausstellungsfläche wird durch das genietete Stahlskelett des Blocks geprägt, dessen Träger und Stützen vorgefertigt aus dem Ruhrgebiet nach Hamburg geliefert wurden, so dass sie innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert werden konnten. Auf diese Weise war es möglich, den ersten Bauabschnitt der Speicherstadt mit den Blöcken A bis O in nur drei Jahren von 1885 bis 1888 zu realisieren.

Die Speicherstadt wurde in zwei Bauabschnitten erweitert. Von 1891 bis 1896 folgten die Blöcke P bis R und von 1899 bis 1927 die Blöcke S bis X. Die geplanten Blöcke Y und Z auf der Ericusspitze im Südosten der Speicherstadt wurden nicht realisiert. Die Architekten waren Georg Thielen, Hanssen & Meerwein und Gustav Schrader, teilweise unter Beteiligung von Stammann & Zinnow bzw. Johannes Grotjan. Das Kesselhaus, das Maschinenhaus und der Staatsspeicher – die östliche Hälfte von Block D – stammten von Franz Andreas Meyer, dem Oberingenieur der Stadt Hamburg.

Die Speicherstadt war das zentrale Lagerhausviertel des Hamburger Hafens. Auf den Böden stapelten sich Güter wie Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Kautschuk, Tabak oder importierte Weine und Spirituosen. Außerdem konzentrierte sich hier der Kaffeehandel, wurde doch 1887 in Block O die weltweit dritte Warenterminbörse für Rohkaffee nach New York und Le Havre eröffnet, was Hamburg zu einem führenden Handelsplatz für das „braune Gold“ machte. Es gab in der Speicherstadt zudem etliche Teehandelskontore.

Im Zweiten Weltkrieg war die Speicherstadt das Ziel von Bombenangriffen. Es ist dem Architekten Werner Kallmorgen zu verdanken, dass die schwer beschädigten Blöcke in enger Anlehnung an den ursprünglichen Zustand wiederaufgebaut wurden, so dass die meisten Schäden heute kaum noch wahrzunehmen sind. Seit 2000 werden immer mehr Speicherblöcke in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt in Bürohäuser umgebaut.

Am 5. Juli 2015 wurden die Speicherstadt und das angrenzende Kontorhausviertel mit Chilehaus zum UNESCO-Welterbe ernannt. Weitere Informationen über die beiden Ensembles und das Antragsverfahren erhalten Sie hier.